Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Ökologische Vielfalt an Pflanzen

Gefleckte Taubnessel

Der Donauabschnitt weist eine in Deutschland einzigartige Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten auf. Im Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen hat die Donau einen langsam fließenden oberen Teil, an den sich ab der Isarmündung ein schneller fließender Abschnitt anschließt. Darüber hinaus mündet hier die Isar, die Kies in die Donau einträgt. Starke Wasserstandsschwankungen erzeugen dort eine räumliche und zeitliche Dynamik der Lebensbedingungen in den Flussauen. Eine hohe biologische Vielfalt entsteht immer dann, wenn die Lebensräume eine entsprechende Strukturvielfalt aufweisen und unterschiedliche Raumstrukturen nebeneinander stehen. Eine Vielzahl von alten Donau- und Isarschlingen vernetzt das Gewässer mit der Auefläche. Das Geflecht von Land und Wasser erzeugt auf kleinstem Raum die unterschiedlichsten Habitate. So entsteht  auch eine gewisse Unzugänglichkeit, die der Natur zur Entwicklung die notwendige Ruhe garantiert.

Flächen, die im Wechsel überflutet werden und trocken fallen, bilden außergewöhnliche Standorte. So konnten im Donaugebiet zwischen Straubing und Vilshofen etwa 340 verschiedene Pflanzengesellschaften nachgewiesen werden. 16 davon sind auf intakte Auen angewiesen und stehen auf der Roten Liste der in Bayern gefährdeten Pflanzengesellschaften. Bei Niedrigwasser fallen an den Donauufern und an den Ufern der Altwasser großflächig Schlammflächen und Kiesbänke frei. Schon nach wenigen Tagen der Trockenheit auf diesen Flächen keimen speziell an diesen Lebensraum angepasste Pflanzen. Diese jährlich neu aufwachsenden Pflanzengesellschaften benötigen die langen Zeiten mit Wasser über dem Kies, um sich gegenüber anderen Gesellschaften behaupten zu können.

Manche Pflanzengesellschaften, wie die Schlammlingsfluren, können sich schon gut entwickeln und auch Samen bilden, wenn sie nur sechs Wochen Zeit dafür haben. Um diesen mit Nährstoffen und Licht gut versorgten Lebensraum gibt es unter den Pflanzen einen stetigen Wettkampf. Schon wenn die Zeit der Wasserbedeckung kürzer als 140 Tage ist, werden die jährlich neu aufwachsenden Pflanzen vom Silberweidenwald verdrängt. Die Weiden säumen die Ufer und stehen als imposante Einzelbäume in der Landschaft. Sie können besonders gut mit dem stetigen Wechsel von Hochwasser und Trockenheit in der Aue leben.

Etwas höher über der Donau liegt der so genannte Hartholzauwald mit Eichen, Eschen und Linden. Im Frühjahr breitet sich dort ein Blütenmeer aus Blausternen, Buschwindröschen und Himmelschlüsseln aus. Auch den Frauenschuh – die wohl schönste Orchidee Bayerns – kann man hier beobachten. Ein weiteres floristisches Glanzlicht ist die Becherglocke. Sie wächst im Gebiet der Isarmündung an Waldlichtungen und hat dort ihre einzigen Vorkommen in ganz Deutschland.

An über 25.000 Fundorten konnten Pflanzenarten mit naturschutzfachlicher Bedeutung nachgewiesen nachgewiesen werden, von etwa 280 bedeutsamen Arten ist ein Großteil auf die spezifische Situation der Fluss- und Auedynamik angewiesen.