Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Wirtschaftliche Situation Niederbayerns

Hafen mit Güterschiff

Neben dem land- und forstwirtschaftlichen Sektor dominiert in Niederbayern das produzierende Gewerbe. Vor allem der Fahrzeugbau und seine Zulieferer, aber auch der Anlagen- und Maschinenbau sowie Kunststofftechnik und Baustoffindustrie sind wichtige Bereiche. Nahezu die Hälfte der hier produzierten Güter wird in alle Welt exportiert. Diese beständig wachsenden regionalen und überregionalen Handelsbeziehungen gilt es verkehrstechnisch zu bewältigen. Bereits heute ist die Region ein Nadelöhr bei der Abwicklung der Verkehre im Donauraum und vom zunehmenden Transitverkehr erheblich belastet. Vor diesem Hintergrund ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur von großer Bedeutung.

Die Wirtschaft in Niederbayern ist in besonderer Weise auf die Donauanrainerstaaten ausgerichtet. Bereits jetzt entfallen rund 20 Prozent des bayerischen Außenhandels auf diese Wachstumsregionen. Ein wesentlicher Anteil des dadurch entstehenden Verkehrs zwischen Westeuropa und den Donauanrainerstaaten läuft über Hauptverkehrsverbindungen in der Oberpfalz und in Niederbayern. Dazu gehören die Autobahn A3, die Schienenverbindung Nürnberg – Regensburg - Passau und die Wasserstraße Donau.

Angesichts der zunehmenden Kapazitätsengpässe bei den übrigen Verkehrsträgern und der wachsenden Belastung durch den Straßenverkehr könnte die Binnenschifffahrt auf der Donau unter besseren Rahmenbedingungen eine deutlich größere Rolle spielen. Die an der Donau gelegenen Häfen in Kehlheim, Regensburg, Straubing-Sand, Deggendorf und Passau mit einem Schiffsgüterumschlag von insgesamt rund 3,3 Millionen Tonnen im Jahr 2011, haben sich längst auf diese Entwicklung eingestellt. Doch wegen der bestehenden verkehrstechnischen Unwägbarkeiten der Donau können diese modernen Güterverkehrszentren ihre logistische Drehscheibenfunktion nicht in vollem Maße wahrnehmen.

Wirtschaft und Verkehr sind untrennbar miteinander verbunden. Eine gute Verkehrsanbindung ist immer Voraussetzung für wirtschaftlichen Aufschwung. Mit dem Anschluss an eine der zentralen europäischen Wasserstraßen erhält der gesamte niederbayerische Raum einen höheren Standortwert und damit auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Regionen.