Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Leistungsfähige Wasserstraße

Ro-Ro-Schubverband mit LKW's

Die Wasserstraßen sind für den nationalen und internationalen Güterverkehr ein volkswirtschaftlich unentbehrlicher Verkehrsträger. Deutlich wird die Leistungsfähigkeit des Verkehrssystems Binnenschiff – Wasserstraße im direkten Vergleich mit den Verkehrsträgern LKW und Bahn. Obwohl das Binnenschiff als einziger Verkehrsträger über kein flächendeckendes Verkehrsnetz verfügt, wurden 2011 in Deutschland rund 30.000 Tonnen Güter pro Kilometer Fernverkehrsweg (t/km) per Binnenschiff transportiert. Die Bahn kam im Vergleich auf ein Drittel (circa 11.000 t/km), der LKW nur auf ein Fünftel (6.000 t/km).

Die große Transportleistung der Wasserstraße beruht auf der großen Ladungsmenge pro Schiff. Sie beträgt bei einem modernen Binnenschiff mit 110 Metern Länge, einer Breite von 11,40 Meter und einer Abladetiefe von 2,50 Metern etwa 1.800 Tonnen – das entspricht rund 90 LKW-Ladungen. Damit ersetzt ein einziges Binnenschiff eine LKW-Kolonne von 6,30 Kilometern Länge.

Welche Bedeutung die Binnenschifffahrt im Donauraum hat, zeigen die jeweiligen Anteile der drei Verkehrsträger am parallelen Transportaufkommen (Paralleles Transportaufkommen bezeichnet das Verkehrsaufkommen der verschiedenen Verkehrsträger mit identischem Start- und Zielverkehr.) im Korridor Straubing-Vilshofen im Jahr 2004. Das Binnenschiff übernahm einen Anteil von 42 Prozent (7,03 Millionen Tonnen) vom gesamten parallelen Transportaufkommen (16,73 Millionen Tonnen); der LKW 40 Prozent (6,64 Millionen Tonnen) und die Bahn 18 Prozent (3,06 Millionen Tonnen).

Das Binnenschiff präsentiert sich bei seiner hohen Verkehrsleistung als ein umweltfreundliches Transportmittel. In Abhängigkeit von der Transportrelation und dem Fahrzeugtyp ist das Binnenschiff beim spezifischen Energieverbrauch meist die umweltfreundlichere Form des Gütertransports, dicht gefolgt von der Bahn. Auch beim Vergleich der Schadstoffemissionen (Kohlendioxid, Schwefeloxid, Kohlenwasserstoff u. a.) schneidet das Binnenschiff im Vergleich zur Bahn ebenfalls gut ab. Der LKW ist im Bezug auf die Umweltfreundlichkeit nicht konkurrenzfähig.

Seine besonderen Eigenschaften wie Klima- und Umweltfreundlichkeit, aber auch die hohe Verkehrssicherheit machen das Binnenschiff aus ökologischen und ökonomischen Aspekten zu einem bevorzugten Beförderungsmittel, insbesondere für Massengüter (zum Beispiel Kohle, Erze, Eisen, Stahl, Getreide, Futtermittel, Dünger und Baustoffe) sowie übermäßig schwere und sperrige (zum Beispiel Turbinen, Windkraftanlagen, Transformatoren) und gefährliche Güter (zum Beispiel Erdöl, Flüssiggas).